Gibt es Schlimmeres, als ein Trennungsgespräch zu führen?

Gestern musste ich einem Mieter eine Kündigung aussprechen. Das Gefühl war so , als wenn ich mich von jemandem trenne. Es war wie Schluss machen.
Klar hatte es Gründe und es gab keine andere Möglichkeit. Aber das Wissen darum ist das eine, als ich dann da stand und es aussprach, fühlte es sich alles andere als klar und logisch an. Plötzlich steht da die Person vor Dir und fragt noch mal nach und Du begründest und die Person erklärt…
Hinterher hatte ich mich gefragt, wie viele Chancen man einem Menschen geben kann. Wenn ich immer nur „schimpfe“ und warne, dann muss irgendwann eine Konsequenz folgen, sonst bin ich alle paar Wochen genau wieder in der Situation.

So klar wie alles ist, so schlecht habe ich mich gefühlt und ich war wütend. Wütend darauf, dass der Mieter sich nicht wie ein verantwortungsvoller Mensch benimmt und mich in diese Rolle reindrängelt. Wütend auf meinen Chef, dass er nicht diese Aufgabe übernommen hat, wütend auf mich, dass ich – trotz der Gründe und der Notwendigkeit – nicht einfach da drüber stehe und mein Gewissen sich meldet. Und da hilft es nicht, dass ich daran denke, dass ich den anderen Mietern gegenüber eine Verantwortung habe.

Trennungsgespräche führen ist schwer.

 

2 Gedanken zu „Gibt es Schlimmeres, als ein Trennungsgespräch zu führen?

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