Es ist das Herz, das gibt, die Finger geben nur her.

Jeder, der in einer größeren Stadt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, kennt dieses Bild: Menschen, die einen um Geld bitten. Manchmal verkaufen sie Zeitungen, manchmal machen sie Musik (oder so etwas in der Art) oder sitzen stumm in einer Ecke und manchmal gehen sie nur so durch den Waggon und erzählen dabei von ihrem traurigen Schicksal.
Es sind schon eine Menge, die mir tagtäglich begegnen.
Heute Morgen kam einer von ihnen direkt auf mich zu. Er begann ganz umständlich zu erklären, warum er kein Geld hätte. Es sei noch beim Arbeitsamt und so kurz vor Weihnachten gehe alles so langsam und er will doch nur schnell einen Kaffee trinken und dann gleich los und sein Geld holen und wenn wir uns das nächste Mal sehen, dann gibt er mir das Geld ganz bestimmt wieder. Ich sei doch jeden Tag hier und er auch und da kann ich mich 100 % drauf verlassen…

Ich drückte ihm einen Euro in die Hand. Vielleicht, weil bald Weihnachten ist, vielleicht, weil ich mir dachte, dass mir der eine Euro nicht weh tut und ihm aber weiter hilft und vielleicht auch, weil ich um 7 Uhr noch keine langen traurigen Geschichten ertragen kann.

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