Die Rentnerisierung hat begonnen!

Ich habe mich neulich dabei ertappt, wie ich einen schmalzigen Film gesehen habe. Das allein ist vielleicht nicht so schlimm – es häuft sich in letzter Zeit nur so.
Da sitze ich vor dem Fernseher und sehe mit einem Lächeln im Gesicht ganz ergriffen dabei zu, wie die Prinzessin zu einem Bürgerlichen hingeht und ihm ihre Liebe gesteht und damit auf die Krone verzichtet. Und ich sitze mit einer Träne im Auge davor und bin gerührt. Ist dass das Alter, von dem alle reden? Wird man da rührselig? Schaltet mein Hirn jetzt auf Sparflamme und will außerhalb der Arbeit nicht mehr gefordert werden?

Ich gehöre zum ZDF-Publikum. Und das schon eine ganze Weile. Das ist mir schlagartig klar geworden. Ich bin scheinbar zur Zielgruppe geworden. Ich bin aufgesprungen und zum Kleiderschrank gerannt – nein, es hängen noch keine beigefarbenen Sachen darin. Stopp – ein Kleid in dieser Farbe hängt da. Das hatte ich mir gekauft und nie getragen, weil die Familie mich gefragt hat, ob ich wirklich dieses Kleid in dieser Farbe tragen möchte. Ich sehe aus wie alle Rentner in Brandenburg. Es hat also schleichend begonnen. Gibt es dafür ein Wort? Die Rentnerisierung?

Ich habe mir die Tageszeitung meiner Mitbewohnerin genommen und wollte sehen, ob ich noch in der Lage bin, intellektuell herausfordernde Artikel zu lesen und zu verstehen. Puh! Es geht noch. Vielleicht ist noch nicht alles zu spät, vielleicht kann ich meinem Hirn noch die ein oder andere Herausforderung zumuten. Der Fernseher bleibt auf alle Fälle die nächste Zeit aus.

 

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