Zu seinen Süchten stehen!

Ich habe es wieder getan – und dabei dachte ich, drüber weg zu sein. Gestern ist es über mich gekommen. Dabei wollte ich das gar nicht. Schuld ist der Teenager, der den Zug verpasst hat. Warten auf dem Bahnhof ist langweilig und da bin ich etwas durch die Geschäfte gebummelt.

Und da lag es, war preisreduziert und schrie mich an, es mitzunehmen. Ich habe noch einige Runden gedreht und es immer mehr eingekreist. Am Ende ist es wie von Zauberhand in meiner Hand gelandet und ehe ich mich versah, stand ich an der Kasse und habe der Verkäuferin das Geld in die Hand gedrückt.
Hinterher bekam ich Ärger mit dem Teenager – schließlich habe ich gesagt (nur gesagt – nicht versprochen oder geschworen), dass ich mir kein Tuch mehr kaufen werde. Ich wollte es nicht – allein das Tuch hat mich magisch angezogen und es sieht toll aus und ich habe so eines noch nicht in meiner Sammlung!

Was der Einen die Schuhe, die sie zu Hauf in diversen Schränken und Regalen häuft, sind bei mir Tücher. Ich habe viele viele viele davon und sie füllen vielleicht nicht Schränke aber Schrankfächer. Ich besitze sie in allen möglichen Farben und Größen und Mustern und Arten. Meine Kunden bringen mir mittlerweile schon welche mit, weil sie meinen Tick kennen und so habe ich Tücher aus allen Herren Ländern. Erst letzte Woche bekam ich eines aus Ägypten.

Mein Name ist Bianca und ich bin tuchsüchtig.

Aber ich stehe zu meiner Sucht – es gibt Schlimmeres und etwas Verschroben sein macht vielleicht den Menschen aus?

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