Wer abbeißt, muss auch kauen. (Chris Sommer)

Ist das nicht ein wunderbares Motto? „Wer abbeißt, muss auch kauen.“

So ein wenig passt es zum gestrigen Motto und mein Sinnieren über das Leben in der Großstadt.
Gestern Abend habe ich – nach einem langen Tag – in Kreuzberg Station gemacht und mir etwas zu Essen geholt (es war nicht 2 Uhr Nachts und deshalb gab es keine Pizza). Plötzlich stand ein Mann im leicht angetrunkenem Zustand neben mir und fing ein Gespräch an. Mit der Posaune auf dem Rücken biete ich natürlich einen Aufhänger für Gespräche.

Er: „Ist da eine Trompete drin?“
Ich: „Für eine Trompete wäre der Kasten etwas zu groß – nein, das ist eine Posaune“
Er: „Für eine Posaune ist der Kasten aber zu klein. Die ist doch viel viel größer“
Ich: „Eine Posaune kannst Du auseinandernehmen, dann passt auch der Kasten!“
Er: „Ich kenne einen, der spielt Posaune, weißt schon, der das studiert hat und jetzt was mit Medien machst. Kennste den? Kennste doch bestimmt!“
Ich: „Klar, wir Posaunist:innen kennen uns alle untereinander“
Er: „Cooler Typ, oder?“

Dann fing er an zu erzählen über colle Typen und über das alte Kreuzberg und überhaupt, so Gespräche wie unseres, die kannste doch nur in Kreuzberg führen. Wer will denn schon nach Mitte. ..
Während er so schwadronierte, schaute ich die Bergmannstraße runter und sah nur Touristen, die da spät Abends noch über die Straße flanierten, in den zahlreichen Gastronomieeinrichtungen saßen und den Abend ausklingen ließen. Das Kreuzberg meinte er bestimmt nicht. Er redete und redete. Als ich mein Essen hatte, verabschiedete ich mich und er bedankte sich für das tolle Gespräch. (Ich hätte dazu Monolog gesagt.)

Auf meinem weiteren Weg begegnete ich einem Nachbarn und so radelten wir schnatternd den Rest des Weges gemeinsam nach Hause.

Auch das ist diese Großstadt, auf die ich gestern noch so geschimpft habe.
Und um den Bogen zum heutigen Motto zu schlagen „Wer abbeißt, muss auch kauen.“: Ich habe mich für das Leben in der Großstadt entschiede und jetzt lebe ich damit. In guten wie in schlechten Zeiten.

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