„…Wenn ich um jedes Ei so kakelte, mirakelte, spektakelte -was gäb’s für ein Geschrei.“

Wer mit Narzissten zu tun hat weiß, wie anstrengend diese Leute sein können. Ständig wollen sie gelobt werden und gieren nach Anerkennung.

Ihr Selbstwertgefühl ist gering und deshalb benötigen sie die äußere Stimulation und andere Menschen die ihnen andauernd sagen, wie toll sie sind. Sowie die Aufmerksamkeit schwindet, sie nicht mehr im Mittelpunkt stehen, geht es bei ihnen gefühlsmäßig bergab.
Sie ziehen ihr Selbstwertgefühl aus dem, was der Gegenüber von ihnen denkt und streben danach, in den Augen der anderen der super Typ zu sein. Leider hält diese Anerkennung nicht lange an und so haben sie einen Verschleiß an Beziehungen und Freunden.

Klar, findet jeder Mensch es gut, gelobt zu werden. Bei Narzissten ist es nur eben viel ausgeprägter und für die Umwelt ungemein anstrengender. Ständig drängen sie in den Mittelpunkt und setzen sich in Szene. Wenn man nicht sofort auf sie eingeht, dann wird ihr Verhalten penetrant.

Ich habe mit so einem Menschen tagtäglich zu tun. Eine Weile habe ich gebraucht, um das heraus zu finden. Es ist total ermüdend, immer wieder jemanden zu loben für Dinge, die selbstverständlich sind. Manchmal fällt mir dann dieses Gedicht mit den Huhn ein – ihr wisst schon „…Wenn ich um jedes Ei so kakelte, mirakelte, spektakelte -was gäb’s für ein Geschrei.“ (Heinrich Seidel).

Das Erschreckende ist, dass alle in dem Umfeld der Person das wissen. Sie nehmen sie so, wie sie ist und verteilen regelmäßig das gut portionierte tägliche Lob, damit der Umgang erträglich bleibt.
Ich merke nur, dass ich mit zunehmendem Alter dazu neige, ehrlicher zu sein und bestimmte Spielchen nicht mehr mitmachen will. Eine Auseinandersetzung scheint vorprogrammiert.

 

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