Mit allen Sinnen kommunizieren!

Seit einiger Zeit versuche ich, die Gebärdensprache zu erlernen. Das hat einen ganz praktischen Hintergrund: auf unserem Hof arbeitet ein schwerhöriger Mann (wie ist hier eigentlich der korrekte politische Ausdruck?) und ich finde es faszinierend, wenn er sich mit seinen Kollegen und Freunden unterhält. Da sprechen nicht nur die Hände, sondern der gesamte Körper: die Mimik ist entscheidend und die Körperhaltung, die Hände fliegen in einem erstaunlichen Tempo durch die Luft… Ich habe also angefangen, kleinere Gebärden zu erlernen: Guten Tag, möchtest Du einen Kaffee, wie geht es Dir, mach mal eine Pause. Jeden Tag kommt er zu mir ins Büro und zeigt mir neue Gebärden und ich versuche mich an ihnen. Gestern erst sagte er mir, dass er sich darauf freut, bald schon mit mir in seiner Sprache ganze Gespräche zu führen.

Es kostet mich einige Überwindung, auch meine Mimik entsprechend einzusetzen und meine Bewegungen nicht zu klein zu machen – schließlich will ich ja nicht nuscheln. Aber es ist nicht einfach. Wie oft belächelt man doch die Südländer, die mit Händen und Füßen erzählen und wild gestikulierend ihr Gesagtes begleiten. Aber es hat schon auch Einfluss auf meine Kommunikation im Allgemeinen. Ich ertappe mich dabei, wie ich bei freudigen Dingen, die ich erzähle, auch wirklich einen freudigen Ausdruck habe und meine Hände nicht mehr unbeteiligt an mir herunter hängen.

Sicherlich wird es noch eine ganze Weile dauern, bis ich etwas Smalltalk halten kann, aber für meine Kommunikation ist es eine enorme Bereicherung.

 

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