Dicht daneben ist auch vorbei!

Ich komme heute früh auf den Bahnsteig – da steht meine Bahn. Ich bin außerhalb der Stadt, weiß also, dass ich diese Bahn bekommen muss, um pünktlich im Büro zu sein.

Portemonnaie habe ich bereits in der Hand und genügend Kleingeld ist vorhanden. Also kurzer Zwischenstopp am Fahrkartenautomat.
Die Anzeigetafel zeigt 4 Minuten bis zur Abfahrt.
Der Automat ist so früh am Morgen noch zu träge, um schnell zu reagieren und so bauen sich ganz langsam die Bilder auf. Endlich bin ich da hingekommen, wo ich hin will. Gebe meinen Wunsch ein und werfe die Münzen in den Schlitz.
Die Anzeige springt um: nur noch 2 Minuten bis zur Abfahrt.
Die 1. Münze nimmt er. Die 2. spuckt er wieder aus. Das darf doch nicht wahr sein. Krame in meiner Tasche nach einer anderen, werde fündig.
Noch 1 Minute bis zur Abfahrt.
Die Fahrkarte wird gedruckt, zeigt mir der freundliche Automat, und ich kann hören, wie der Nadeldrucker im Inneren seine Arbeit verrichtet. Er spuckt sie aus. Nun fehlt noch mein Restgeld. Er scheint dort drin erst mal den Taschenrechner zu bemühen. Verdammt – warum dauert es denn so lange? 2 € weniger 1,20 € sind 80 Cent. Nun gib sie mir gefälligst und mach nicht so ein Drama daraus!

Ich sehe zur S-Bahn, der Motor läuft schon, der Automat gibt mir endlich mein Geld, ich renne zur Bahn, höre das Klingeln an den Türen, stempel unterwegs den Fahrschein und – die Bahn schließt die Türen und fährt los.

Ich stehe davor und schreie vor Wut quer über den Bahnsteig.

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