Das Leben meistert man lächelnd – oder gar nicht.

Heute schreibt der Teenager seine letzte Klausur. Nicht nur er macht danach drei Kreuze. Endlich ist die erste Klausurphase vorbei. Die letzten Wochen drehte sich alles ums Lernen und Punktzahlen und Arbeitsgruppentreffen und Lernkreise…Selbst die Wochenenden waren angefüllt mit dem Beschreiben von Karteikarten und „Lernen, lernen und nochmals lernen“ (um an dieser Stelle Lenin zu Wort kommen zu lassen) Wenn sich mit Freunden getroffen wurde, dann nicht, um sich zu amüsieren, sondern den jeweiligen Stoff durchzugehen.
Mein Gott – bleibt das jetzt die nächsten 3 Semester genau so? Das kann doch nicht ernsthaft gewollt sein. Zum ersten Mal verstehe ich den Aufschrei, als die Abiturstufe von 3 auf 2 Jahre gekürzt wurde. Ich hatte bis dato nie wirklich darüber nachgedacht. Jetzt beginne ich langsam zu begreifen, was man den Schülern damit genommen hat. Sie haben gar keine Zeit, sich auszuprobieren, sich zu positionieren oder gar zu finden. Das sogenannte Orientierungsjahr fällt weg und damit die Phase des Treibenlassens, des Suchens nach Interessen, nach dem Herausfinden der eigenen Fähigkeiten und Stärken.
Wenn der Teenager das Abitur in der Tasche hat, ist er gerade mal 17 Jahre alt. Hallo? 17 Jahre?! Ich war damals 19 Jahre und wusste noch nicht wirklich wohin die Reise gehen soll.

Die Teenager versuchen das Beste daraus zu machen – die einen mehr, die anderen weniger. Auf jeden Fall wollen sie an diesem Wochenende alle Fünfe gerade sein lassen und sich treiben lassen und feiern, dass diese erste Hürde genommen wurde. Es ist ihnen von Herzen gegönnt.  Der nächste Marathon beginnt in wenigen Wochen…

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