Diskretion, bitte!

Überall hat man heutzutage mit dem Datenschutz und der Privatsphäre zu tun. Bei sämtlichen Abfragen zur Person muss ich meine Zustimmung erteilen. Denkt nur an den Aufschrei, als das Datenschutzgesetz in Kraft trat. Auch ich war einige Tage kopflos und änderte dies und das auf der Webseite.
Die Leute legen wert auf Diskretion, darauf, dass man Abstand hält an den Kassen, beim Geldautomaten usw.

Im krassen Gegensatz dazu stehen Personen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln mit Lautsprecher telefonieren, manche gar via Videoübertragung. Jede*r im Abteil bekommt mit, was gerade erzählt wird. Das Ganze in einer Lautstärke, bei der Weghören schwierig ist.

Am Freitag, beim Einkaufen, war ein Vater mit seinem Sohn im Laden, der die ganze Zeit via Videotelefonie mit seiner Mutter telefonierte. Sie sprachen über den Tag und was in der Schule so los war. Was eben so ausgetauscht wird nach einem langen Tag. Grundsätzlich bin ich wirklich für Effizient. Der Leitspruch unserer Familie ist: „Keine Leerfahrt“. Das fand ich mehr als unangebracht und unhöflich uns anderen gegenüber. Ich glaube kaum, dass es irgendjemanden im Laden interessiert hat, was sie sich zu erzählen hatten. So wie die anderen Leute im Laden geschaut haben, empfand wohl nicht nur ich es als akustische Belästigung.  Selbst an der Kasse stehend, wurde das Gespräch nicht beendet. Also schlich ich mich ins Bild und winkte der Mutter freundlich zu. Das war der Frau sichtlich peinlich und sie beendeten das Gespräch.

Ob ich ihnen peinlich war oder ihnen die Situation plötzlich absurd vor kam, war mir eigentlich egal. Plötzlich war es still – und das habe ich genossen.

 

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