Ein Leben vor dem Smartphone

Mein Handy ist kaputt gegangen – ausgerechnet am Wochenende, ausgerechnet mir, die ein kleines Suchtproblem mit dem Handy hat.
Es gab noch eines in der Familie, dass ich mir Sonntagabend abgeholt habe. Sonntagabend – da gehe ich nicht freiwillig aus dem Haus. Meist habe ich es mir schon gemütlich gemacht und eingekuschelt und das Draußen kann warten bis Montag. Aber für ein funktionierendes Handy verlasse ich eingefahrene Wege.

Glücklich versuchte ich, das Handy in Gang zu bringen. Leider hatte die Vornutzerin es mit einem PIN versehen, der ihr einfach nicht mehr einfallen wollte. Nach etlichen vergeblichen Versuchen, setzte ich das Handy auf seine Werkseinstellungen zurück.  Nun bekomme ich es nicht mehr eingerichtet. Es will dies und jenes von mir wissen – allein ich kann es dem Handy nicht bieten.

Ich musste an meine Kiste mit all den Handys, die irgendwann schon mal in Gebrauch waren und ausgemustert wurden. Ein leuchtend rotes Klapphandy fiel mir sofort ins Auge – seinerzeit der Renner mit einem handliches Design. Ich kann damit telefonieren und SMS schreiben und empfangen. Eigentlich muss ein Telefon auch gar nicht mehr können. Alles andere ist Luxus, auf den ich nun schweren Herzens verzichten muss. Mal eben schnell in die Familiengruppe was schreiben – nein, alle müssen einzeln angeschrieben werden. In der Bahn die Mails checken – muss warten, bis ich am Rechner sitze. Schnell was recherchieren – geht ja auch gerade nicht.
Ich habe mich mit den Vorzügen der modernen Kommunikationsmittel angefreundet und bin immer wieder erstaunt, wie schnell die Entwicklung der Telefone im Laufe der letzten Jahre voran geschritten ist.
Nun bin ich also wieder zurückgeworfen – telefonieren und im Notfall Nachrichten schreiben. Um das Beste daraus zu machen, versuche ich es sportlich zu sehen: ich tue was gegen meine Sucht.

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