Einer für alle, alle für einen!

Glaubt Ihr eigentlich daran, dass technische Geräte so etwas wie eine Seele haben? 
Seele ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber in Ermangelung eines anderen Wortes, nehme ich erst mal dieses.

Wenn früher jemand an meinem Rechner war, habe ich es gemerkt. Nicht, weil irgendwas gravierendes umgestellt war – irgendwie war es zu spüren. Der Rechner strahlte so was aus.
In meiner Küche haben sich mein Kühlschrank und mein Herd verabschiedet. Sie sind beide kaputt gegangen (ich berichtete neulich bereis darüber). Mittwoch wurden die neuen Geräte angeliefert und gestern habe ich begonnen, die Küche für den Tischler frei zu räumen. Der Kühlschrank wurde ausgeräumt, sauber gemacht und auseinander genommen. Dem Herd habe ich gestern Abend ins Ohr geflüstert, dass er heute zum letzten Mal ein üppiges Abendmahl für mich bereiten wird.
Und was passierte heute Morgen? Der Geschirrspüler sagte kein einziges Wort mehr. Nichts, gar nichts. Auch durch die üblichen Tricks war er nicht zu bewegen, irgendeine Reaktion zu zeigen.

Und jetzt frage ich Euch: will er gemeinsam mit den anderen Maschinen in den Ruhestand gehen? Haben sie alles miteinander geteilt und wollen den letzten Weg zum Sperrmüll zusammen antreten? Haben sie sich zu Beginn ihrer Karriere geschworen: Einer für alle, alle für einen? Oder ist ihr Credo eher: mit gehangen, mit gefangen?

 

Danke an Carola für diese wunderbare Illustration!

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