„Lesen heißt durch fremde Hand träumen.“ F.Pessoa

Wie viele Seiten lest Ihr, bevor Ihr ein Buch aus der Hand legt?
Früher habe ich tapfer durchgehalten und jedes Buch gelesen, was ich angefangen habe. Und ich habe mich wahrlich durch so einige Bücher regelrecht gequält. Irgendwann gab ich es auf – schließlich schalte ich bei einem schlechten Film auch ab, wenn er mir nicht gefällt. Warum dann nicht ein Buch aus der Hand legen?
Ich gebe jedem Buch die Chance bis Seite 50. Wenn es mich bis dahin nicht überzeugt, lege ich es beiseite.
Am Wochenende begann ich ein Buch von einer Schriftstellerin, die mir empfohlen wurde. („Die schreibt total gut, es wird Dir gefallen, die Bücher sind wirklich toll.“). Bei Seite 50 war ich überzeugt, dass das Buch mir nicht gefällt. Ich komme nicht rein, finde nicht wirklich Zugang zu der Art des Schreibens. In Ermangelung eines anderen Lesestoffes und weil so viele Menschen von den Büchern schwärmen, las ich weiter. Jetzt bin ich auf Seite 130 und es will sich nicht dieser Effekt einstellen, dass ich nicht aufhören kann zu lesen. Andererseits bin ich jetzt schon so weit, dass ich es auch nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Ich stecke fest zwischen meinen eigenen Prinzipien. Ich werde es weiter lesen und dann im Nachgang überlegen, warum ich nicht aufhören konnte.

 

2 Gedanken zu „„Lesen heißt durch fremde Hand träumen.“ F.Pessoa

  1. Ich lege auch des öfteren Bücher wieder weg. Wichtig für mich ist, dass eine Art Resonanz entsteht. Ich muss den Puls und den Atemrhythmus der Sprache irgendwie spüren. Und wenn das ausbleibt, dann lege ich es weg. Manchmal früher, manchmal hab ich mehr Geduld.

    1. Ja, das kann ich nachvollziehen. Manchmal fesselt mich auch ein Buch, weil mich der Inhalt beschäftigt. Dann ist es nicht so sehr die tolle Sprache. Neulich las ich von einem Schriftsteller 9 Bücher hintereinander. Er greift interessante und brisante Themen auf und verarbeitet die gut. Als ich nun alle Bücher von ihm in kurzer Zeit las, fand ich es nach dem 4. Buch störend, immer wieder auf gleiche Muster und Erzählstrukturen zu stoßen. Wahrscheinlich fällt das nicht auf, liest man die Bücher im Abstand, wie sie erscheinen. Das werde ich so exzessiv wohl nicht mehr tun.

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