Fluch und Segen von WhatsApp

Bisher habe ich die modernen Nachrichtendienste immer als was Tolles angesehen. Gerade innerhalb der Familie empfand ich es als sehr hilfreich. Statt alle Familienmitglieder einzeln anzuschreiben, kann ich das mit einer Nachricht in der Gruppe abhandeln. Der Haken verrät mit dann, wenn alle Gruppenmitglieder diese gelesen haben.
Nie habe ich darüber nachgedacht, dass es für andere der pure Stress ist. Gestern Abend beim Abendessen poppte beim Teenager ständig Nachrichten im Handy auf. Als ich fragte, was er denn so für rege Konversationen führe, erklärte er, dass es nur die Familiengruppen seien. Familiengruppen?

Dann legte er los: die Gruppe mit mir und dem Geschwisterkind, die Gruppe mit dem Vater und dem Geschwisterkind, die Gruppe mit mir, meinen Geschwistern und Neffen und Nichten und Anhang, die Gruppe mit der Familie des Vaters und dessen Geschwister und Nichten und Neffen und Oma und Anhang. Alles in allem seien das vier Gruppen allein innerhalb der Familie, ganz zu schweigen von der Klassengruppe und der Prüfungsvorbereitungsgruppe und der Freizeitgruppe….

Ich bekam gleich ein schlechtes Gewissen und habe mir vorgenommen, wirklich nur noch das Nötigste in die Gruppe zu schreiben – zumindest in unsere kleine Familiengruppe.

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