Es gibt bestimmte Tageszeiten, die ich in Berlin liebe. So z.B. den ganzen frühen Morgen. Wenn man am frühen Morgen (und ich meine nicht nach 7 Uhr) unterwegs ist, dann erlebt man die Stadt aus einem ganz anderen Blickwinkel. Die sonst so hektischen Straßen sind noch ganz ruhig. Die Autos, die schon unterwegs sind, sind Zulieferer, Leute, die früh arbeiten. Alle sind irgendwie rücksichtsvoller zueinander. Hier und da hat schon ein Bäcker offen. Wenn man dort seine Brötchen und seinen Kaffee holt, wird man freundlich begrüßt, es bleibt Zeit für ein paar nette Worte – man ist unter Gleichgesinnten.

In einer Stadt, in der man den Eindruck hat, dass die meisten Menschen vor 9 Uhr nicht im Büro erscheinen müssen, wo in der Nacht noch eine Hektik herrscht, als sei es mitten am Tag – in einer solchen Stadt fühlen sich die Tageszeiten anders an. Da kehrt erst ganz früh am Morgen nächtliche Ruhe ein und es ist, als ob alles einen kleinen Moment still steht oder die Uhr langsamer läuft. Diese Zeiten sind wie Poesie.

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